Die Geschichte des Brotes beginnt mit den Anfängen der Zivilisation, als es im 6. Jahrtausend v. Chr. zur größten Erfindung der Menschheit kam: der Landwirtschaft nämlich. Landwirtschaftliche Abläufe zu kennen und zu beherrschen, den Wechsel der Jahreszeiten zu bestimmen und die Zeit zu messen - all dies bildet die Grundlage einer Tätigkeit, von der wir meinen, sie sei dem Menschen gewissermaßen angeboren. In Wirklichkeit wurde sie aber erst nach Millionen von Jahren entwickelt. Das Säen, Ernten und Aufbewahren der goldenen Körner, mit denen sich die Familie die langen Winter über ernähren konnte, veränderte die Gewohnheiten des Menschen. Bis dahin lebten die Menschen als Nomaden, abhängig von den Wanderungen großer Huftierherden, die sie seit jeher jagten. Jetzt entstanden Dörfer, und die Clans organisierten sich. Mehr Hände bedeuteten mehr bestelltes Land; mehr Hände bedeuteten mehr Ernte, bis einige Jahrtausende später die erste wirkliche Bevölkerungsexplosion einsetzte. Das Getreide, das man in verschiedenen Sorten züchtete, wurde zunächst auf sehr einfache Weise gemahlen: Ein harter Stein diente als Unterlage. Darauf legte man eine Handvoll Körner und zerstieß sie durch Schläge mit einem zweiten Stein. Dann entdeckte man ein praktischeres und weniger verlustreiches Verfahren: das Zerreiben zwischen zwei Steinen. Dieses System bereitete den Weg für weitere Verbesserungen: Legte man nämlich zwei Steine aufeinander, bohrte in den oberen ein Loch, durch das man das Getreide einfüllen konnte, und drehte den oberen Stein, erhielt man am Ende ein feines, sauberes Mehl, aus dem man einen Teig kneten konnte. Diese Entdeckung führte zur Herstellung der ersten Mühlen mit übereinanderliegenden Steinen, wie auch in Sardinien bekannt. Ihre Ursprünge reichen bis in die ersten Jahrhunderte der römischen Zeit zurück. Anfangs wurden diese Mühlen von den Frauen per Hand betrieben. Später, als die Kornmengen zunahmen, erledigten Zugtiere diese Arbeit. Doch den Frauen blieb die Aufgabe, das Mehl und die gemahlenen Produkte zu Teig zu verarbeiten und dann zu wunderbar duftendem Brot zu backen.
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