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Die Grabstele aus dem Gebiet von Arasseda ist eines der bedeutendsten Beispiele der Grabepigraphik im Landesinneren Sardiniens.

Es handelt sich um einen Träger aus Trachyt in Form einer Stele mit Satteldach und einem dreieckigen Giebel. Diese Elemente verweisen auf häusliche Architekturmodelle und spielen symbolisch auf die Wohnstätte des Verstorbenen im Jenseits an. Der Giebel ist durch zwei senkrecht eingeritzte Linien unterteilt; von ihnen gehen grob ausgeführte hederae distinguentes aus, die schematisch und starr gearbeitet sind und auf eine einfache, aber bewusst dekorative Gestaltung hinweisen. An einer der Kanten sieht man ein Ornament aus übereinanderliegenden V-Formen, das ursprünglich wahrscheinlich auch die andere Seite zierte. Es kann sowohl als rein dekoratives Element als auch als Stilisierung der baulichen Elemente einer Hütte gedeutet werden.

In der Mitte der Vorderseite befindet sich eine tabula ansata, die das Inschriftenfeld aufnimmt. Trotz der Beschädigung des unteren Teils und seitlicher Partien der Stele ist die Inschrift weitgehend lesbar. Die Schrift ist in Großbuchstaben ausgeführt, die klar eingeritzt, jedoch nicht besonders fein ausgearbeitet sind. Auffällig ist eine gewisse Unregelmäßigkeit im Gebrauch der Hilfslinien und in der grafischen Ausführung; so erscheint beispielsweise der Buchstabe A mit und ohne Querstrich. Das Fehlen von Interpunktion und die ungeordnete Darstellung des Textes weisen auf eine nicht vollständig standardisierte Ausführung hin, die vermutlich von lokalen Handwerkern stammt.

Die Inschrift ist den Manen gewidmet und erinnert an Marcus M(---) Valerianus, der im Alter von 44 Jahren starb. Seine Ehefrau ließ sie zu seinen Ehren anfertigen. Der Mann wird darin als bene merens , also wohlverdient bezeichnet – ein typischer Ausdruck in der römischen Grabepigraphik, der die moralischen Tugenden des Verstorbenen und die liebevolle Verbindung mit den hinterbliebenen Familienangehörigen hervorhebt.

TRANSKRIPTION:

D(is) M(anibus), / M(arco) M(---) Baleriano / ḅicxit an(n)os / X̣XXXIIII. Fecit / ẹo (sic!) co(n)iugi / ḅene mer/enti fecit (sic!) / tituḷụṃ.

.“Den Manen geweiht, für Marcus M(---) Valerianus, (der) 44 Jahre lebte. Die Ehefrau hat diese Inschrift für ihren Gatten anfertigen lassen, der sich wohlverdient gemacht hat.“