MAẞE in cm: H. 17 x Ø 9,5 x Rand-Ø 8,5
MATERIAL: Majolika, mit weißer Glasur und Bemalung
Der kleine Majolikakrug wurde aus elfenbeinfarbenem Ton geformt. Anschließend wurde der untere Teil mit weißer Glasur überzogen. Heute ist die ursprüngliche Farbe durch eine stumpfe graue Patina verändert, die durch chemische Reaktionen mit den schwefelhaltigen Materialien in dem Brunnen entstanden ist, in dem der Krug gefunden wurde. Die Auflagerungen haben auch die auf die Glasur aufgetragenen Farbpigmente angegriffen, sodass die Farben weniger leuchtend erscheinen als ursprünglich.
Die Form entspricht dem Modell, das für den Großteil der in Montelupo zwischen dem Ende des 16. und dem Beginn des 17. Jahrhunderts hergestellten Krüge verwendet wurde. Der ausgestellte Fuß hat die Form einer Scheibe, auf der der eiförmige Körper aufsitzt. Darüber befindet sich ein niedriger Hals mit dreilappiger Mündung, flachem Rand und bandförmigem Henkel.
Die Dekoration, wie sie für die meisten Erzeugnisse aus Montelupo typisch ist, folgt einem Schema mit einem zentralen Medaillon, dessen ovale Fläche vollständig von unterschiedlichen Darstellungen eingenommen wird. Der übrige Teil der Krugoberfläche ist mit Pflanzen- und Tiermotiven bedeckt; vorherrschend ist das stilisierte Motiv der “persischen Palmette”.
Das zentrale Medaillon enthält das “Trigramm des heiligen Bernhardin”, eine Folge von drei Buchstaben, die hier als religiöses Zeichen verwendet wird, umgeben von einer Dekoration aus gestrichelten Lappen. Wegen des schlechten Erhaltungszustands des Stückes bei der Auffindung und der damit verbundenen Unmöglichkeit einer eindeutigen philologischen Rekonstruktion des Ovals, ist vom Symbol Bernhardins der verlängerte Teil des H im Trigramm IHS sichtbar - den ersten drei Buchstaben des Namens Jesu auf Griechisch, ΙΗΣΟΥΣ (Iesûs). Er ist oben abgeschnitten und bildet ein Kreuz. Die Inschrift ist in eisenhaltigem Gelb ausgeführt, einem Symbol von Ruhm und Göttlichkeit. Sie steht im Vordergrund und tritt unmittelbar aus dem ursprünglich weißen Grund hervor, umgeben von einer doppelten ovalen Kontur in Gelb und Blau, den repräsentativen Farben des Trigramms des heiligen Bernhardin.
Das Stück ist einem Exemplar der Sammlung Galeazzo Cora in Faenza sehr ähnlich und lässt sich auf die Zeit zwischen dem Ende des 16. und dem Beginn des 17. Jahrhunderts datieren.
Der Krug war sehr schlecht erhalten. Er wurde aus zwölf gereinigten Fragmenten rekonstruiert, geklebt, ergänzt und die fehlenden Bereiche nachgemalt.
